Über mich

In Gruppen zu tanzen, hat mich die letzten Jahre sehr geprägt. Tanzen ist Teil meiner Identität geworden. Was mich auch ausmacht: Ich bin Theologin, das Fach, in dem ich promoviert habe und ich bin vor allem Seelsorgerin, die gerne Menschen in ihrem Ringen mit sich selbst und mit Gott begleitet. Als Germanistin gilt mein Interesse der Sprache, deshalb schreibe ich. Als Trauerbegleiterin, als Hospizfrau und als Dozentin für „Meditation des Tanzes“ habe ich mein Repertoire an Sprache und Ausdruck, an Verstehen und Begreifen erweitert.

Nach 22 Jahren hauptamtlicher Hospizarbeit habe ich im Herbst 2017 die Leitung des Hospiz St. Martin in Stuttgart abgegeben und ein Sabbatjahr begonnen, eine reiche Zeit um Freundschaft zu pflegen, zu schreiben, zu reisen, still zu sein, zu beten und offen zu sein für das, was kommen will. Und viel zu tanzen.

Seit dem 1. Dezember 2018 bin ich im Kloster der Franziskanerinnen der Ewigen Anbetung in Schwäbisch Gmünd als »Projektkoordinatorin Hospiz im Kloster« angestellt. Da der Konvent kleiner und die Schwestern älter werden, hat sich die Ordensgemeinschaft entschieden, einen Teil ihrer Gebäude für den Bau eines stationären Hospizes zur Verfügung zu stellen. Für mich ist es eine wunderbare Aufgabe, dieses Projekt begleiten zu dürfen, weil ich viele meiner Erfahrungen und meiner Gaben einbringen kann. Und weil das Kloster auch ein Ort ist, an dem schon viel getanzt wird, hat vieles Raum und Anerkennung, was ich kann und bin und was mir wesentlich ist!

Mein Tanzweg

Meine Tanzausbildung bei Friedel Kloke-Eibl am Ausbildungsinstitut „Meditation des Tanzes“ von 1999 – 2001 war ein wichtiger Schritt in ein neues Leben. Ich bin von dieser Art im Kreis zu tanzen und einen inneren Weg zu gehen, fasziniert. Inzwischen habe ich bei vielen anderen Lehrerinnen und Lehrern (Nanni Kloke, Dimitri Barbaroussis, Belco Stanev u.a.) getanzt und Fortbildungen absolviert, die mein Tanzrepertoire bereichert haben. Die „Meditation des Tanzes“ als innerer Weg ist für mich immer die Basis geblieben. Darin haben auch Folkloretänze Platz. Sie waren für den Ballettmeister Bernhard Wosien, dem Begründer des modernen sakralen Tanzes, Inspirationsquelle, vor allem die griechischen Tänze. Als Seelsorgerin und Tanzdozentin für „Meditation des Tanzes“ ist mir die Verbindung von persönlicher Wegbegleitung, Kontemplation und Tanz wichtig. Die „Meditation des Tanzes“ ist für mich ein spiritueller Weg, der Menschen in eine tiefe Freude bringt. Sie ist in Bewegung gebrachtes Gebet. Im Tanzen richten wir uns auf, bekommen Boden unter die Füße und geben unseren Schritten eine Ausrichtung.

Meine Hospizgeschichte

Die Einführung zur Sterbebegleitung für Ehrenamtliche bei der Hospizpionierin Daniela Tausch-Flammer gehört zu meinen intensivsten Lebenserfahrungen. Damit begann mein 27-jähriges Hospizengagement. Ab 1995 baute ich hauptamtlich als Theologin die katholische Hospizarbeit in Stuttgart auf. Dazu gehörte die mehrjährige konzeptionelle Planung des Hospiz St. Martin in Stuttgart-Degerloch, das ich seit der Eröffnung 2007 bis Oktober 2017 geleitet habe. 22 Jahre hauptamtliche Sterbe- und Trauerbegleitung waren für mich eine große Lebensschule! Ich habe gelernt, dass das Leben immer größer, gewaltiger, geheimnisvoller ist als ich es mir denke. Und dass es ein Geschenk ist, sterbenden und trauernden Menschen begegnen zu dürfen. Sie können für uns Lehrmeisterinnen und Lehrmeister sein! Dieses große Lebenswissen möchte ich in die Begleitung von Menschen einbringen, insbesondere in meinen Tanzkreisen!

Meine Bücher und Rundfunksendungen

Viele meiner Gedanken entwickeln sich im Schreiben. Schreibend zeigen sich mir erstaunliche Erkenntnisse und Zusammenhänge.

Meine Bücher und Rundfunksendungen kreisen vor allem um die Themen Spiritualität, Kontemplation, Sterben, Tod und Trauer. Sie verdanken sich der Freundschaft mit den Kleinen Schwestern Jesu, deren Spiritualität das Buch „Über Grenzen geführt“ beschreibt. Es liegt in ca. 10 Sprachen vor

Was ich über den Tod und über das Leben mit der Erfahrung des Todes gelernt habe, verdanke ich vielen sterbenden und vor allem trauernden Menschen, die ich als Hospizfrau begleitet habe. Die Bücher, die aus der Begleitung entstanden sind, können selber Wegbegleiter sein.